Drogen sind schon eine Geschichte für sich. Es gibt so viele unterschiedliche Amphetamine und deren Wirkung auf den menschlichen Körper könnten nicht verschiedener sein. Das Drogen-ABC klärt auf und gibt euch einen Eindruck. Lest dazu den ausführlichen Erfahrungsbericht in der aktuellen Winterausgabe 2014!

Alkohol

„Alkohol ist doch keine Droge.“ Falsch! Alkohol ist nur die Droge, die gesellschaftlich am meisten akzeptiert wird. Über das Ausmaß der fatalen Folgen des Alkoholkonsums wurden schon ganze Bücher geschrieben. Im Alltag hilft einem Alkohol vor allem, nach dem Feierabend zu entspannen und den Stress im Arbeitsalltag zu vergessen. Das Problem: aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Und auch wenn Alkohol zumindest chemisch eine Lösung ist, ist er nicht immer die Antwort.

 

Amphetamine

Pep, Speed, Amphe, … die Liste der Namen für die Pillen, Pulver und Flüssigkeiten, die als Amphetamine verkauft werden, ist so lang wie die der verschiedenen aktiven Wirkstoffe und Streckmittel, die ihnen beigemischt werden. Genau genommen ist auch das sehr starke Methamphetamin (>Chrystal Meth) ein Amphetamin. Wer jedoch Pep oder ähnliches vom Dealer seines Vertrauens kauft, muss wohl eher keine Angst haben aus Versehen an Meth zu kommen. Wie der Name Speed bereits indiziert, machen Amphetamine alles ein bisschen schneller. Super zum wach werden, schlecht wenn man am nächsten Tag bei den Schwiegereltern eingeladen ist.

 

Cannabis

Egal ob als Gras, Haschisch oder Ganjaöl, Cannabis ist so etwas wie der große verpeilte Bruder in der Drogenfamilie: nicht ganz zuverlässig, aber immer da, wenn man ihn wirklich braucht. Wer Probleme beim Einschlafen hat oder Inspiration für seinen nächsten lustigen Tweet braucht, kann gleichermaßen vom breiten Spektrum eines Highs profitieren. In der Regel wird Gras und Haschisch geraucht, es lässt sich aber auch in allerlei andere Lebensmittel verwandeln. Die Auswahl an verschiedenen Sorten ist größer als im Joghurt-Regal deutscher Supermärkte, auch wenn der Kauf auf der Straße meistens eine Wundertüte ist. Nebenwirkungen? Seit neuestem weiß man, dass Cannabis nicht nur die Schmerzen von Krebspatienten lindern, sondern diesen auch begünstigen kann. Besonders Männer sollten sich um ihre Hoden sorgen (sorry Jungs). Weiter Nachteile: Der lustige Tweet entpuppt sich später als doch nicht so lustig.

 

Chrystal Meth

Gäbe es das von Walter White und Jesse Pinkman gekochte Chrystal Meth in Wirklichkeit, gäbe es wahrscheinlich bedrohlich viele Konsumenten. Da das in der Realität verkaufte Methamphetamin jedoch meist stark verunreinigt ist oder aus wirklich dubiosen Zutaten zusammengebraut wurde, ist den meisten potentiellen Konsumenten bei der Nutzen-Risiko-Abwägung wohl besser geraten, sich lieber ein Näschen Ahoi-Brause zu gönnen, um wach zu werden. Meth hat zweifelsohne eine leistungssteigernde Wirkung, die sich auf die Wachheit, Aufmerksamkeit und Ausdauer seiner Konsumenten auswirkt. Wer dafür auch seine Zähne und Haare lassen würde, kann es ja mal probieren. Meth kann geraucht, geschnupft, gespritzt oder – weniger wirksam – gegessen werden. Am besten sollte man es aber weit wegwerfen, wenn man es mal in die Finger bekommt.

 

Guarana

Guarana ist schon lange in süßen Energy-Drinks enthalten und hält in flüssiger Form selten, was es verspricht. Wirkungsvoller sind die Supplements, die zusätzlich noch Koffein enthalten. Die meist etwas klobigen Pillen sehen aus wie Pferde-Antibiotika und schmecken wie Kaninchenfutter. Wer daran glaubt, kann sein Lern- oder Arbeitspensum um ein paar Stunden verlängern. Gibt es in jeder Drogerie, Apotheke oder im Internet.

 

Ginkgo

Wie bitte? Ja, denn nicht alles was uns aufputschen kann, muss aus den Küchen osteuropäischer Drogenpantscher kommen. Normalerweise wird Ginkgo zur Behandlung von Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Schwindel, Ohrensausen und Kopfschmerzen bei Demenz- und Tinnitus-Patienten eingesetzt. Pharmaziestudenten haben aber schon längst entdeckt, dass das in der Apotheke verkaufte Extrakt (bspw. Tebonin) auch beim Auswendiglernen des Periodensystems hilft. Einzige Haken: Die Präparate sind teuer und die Wirkung umstritten.

 

Ketamin

K, Kate, Kitty, Special K, Vitamin K, Multiketamin, Fiction, Keta. Kaum eine andere Droge hat so viele schöne Szenenamen wie diese psychotrope Substanz, die auf Tanzflächen von Bratislava bis Bordeaux geschnieft wird. Ketamin gehört zu den bewusstseinsverändernden Drogen, die bei andauerndem Wachzustand dennoch einen narkotischen Zustand hervorrufen. Wer Angst vor Horrortrips und Nahtoderfahrungen hat, sollte lieber die Finger vom Vitamin K lassen.

 

Kokain

Wer einmal in seinem Leben einen echten Kokser kennengelernt und längere Zeit mit ihm verbracht hat, macht freiwillig einen großen Bogen um das weiße Pulver. Unbändiger Bewegungsdrang, endlose Selbstüberschätzung und hochnäsiges Dauergeplapper als hätte man Karl Lagerfeld mit Eddie Murphy gepaart und diesem Hybrid eine eigene Sendung auf 9Live gegeben. Zum Lernen und konzentrierten Arbeiten ist koksen bestimmt nicht zu empfehlen, wer jedoch einen Salespitch im Friseursalon plant, sollte es vielleicht mal probieren.

 

Legal Highs

Beinahe vierteljährlich gibt es neue Schlagzeilen über Legal Highs, also Substanzen die noch nicht unter das Betäubungsmittelschutzgesetz (BtMG) fallen und interessante Trips versprechen. Viele sind ungefähr so spannend wie eine Baldrianteemischung in der Nasendusche. Manche sind so gefährlich, dass sie schon beim ersten Gebrauch in eine schwere Psychose führen. Die bisher aufsehenerregendste Mischung waren die in den USA und Deutschland als Badesalze (bath salts) verkauften Substanzen, die ihre Konsumenten teilweise in fleischfressende Zombies verwandelte (Videos bei Youtube oder Liveleak.com anschauen!). Egal was der Typ im Headshop sagt: Finger weg von diesen Wundertüten!

 

LSD

LSD ist die Droge für jeden der einen farbenfrohen Trip durch sein Unterbewusstsein unternehmen möchte. Meist wird LSD als bunte Pappe verkauft, auf die der Wirkstoff zuvor drauf geträufelt wurde. Diese legt man sich auf die Zunge oder klebt sie sich an die verschwitzte Haut. Halluzinationen und Albträume säumen die Trips der Mutigen, die es mal ausprobiert haben. Kleiner Wehrmutstropfen: Horror-Trips und Psychosen treten gelegentlich auf. Wer dennoch auf eine Vision-Quest gehen möchte, sollte dies in einer vertrauten und entspannten Umgebung tun, Stress vermeiden und jedes Gefühl von Angst und Unwohlsein als Zeichen nehmen, das Vorhaben zu verschieben.

 

Magic Mushrooms

Eine Gruppe von Freunden von mir fuhr vor einiger Zeit nach Amsterdam. Nach einem ausgiebigen Coffee-Shop-Crawl trafen sie sich im Hotelzimmer später wieder und aßen jeder eine Handvoll der Pilze, die sie sich im Headshop gekauft hatten. Einer beschrieb später die Wände haben mit ihm geredet und ihn nicht schlafen lassen. Ein anderer sah unentwegt Schlüpfer die Gardinen hochklettern. Einer von beiden hat heute noch panische Angst vor Gargamel. Ratet mal wer.

 

MDMA

Euphorie beschreibt wohl am ehesten das Gefühl, dass der Konsum von MDMA verursacht. Kein Wunder also, dass auf den immer beliebter werdenden Electro-Festivals besonders gerne Ecstasy und Molly konsumiert werden, die beide in der Regel nur wenig des Wirkstoffs enthalten. Nach einem MDMA-Wochenende treten bei den meisten die Feier-Depris ein. Leute die öfter MDMA nehmen sagen deswegen: Erst einmal nur die Hälfte des Tablette nehmen und dann nachlegen, viel Wasser trinken, nicht dem Gefühl hinterherhängen und zwischen den Trips unbedingt Pausen einlegen – 2 bis 6 Monate.

 

Modafinil

Modafinil is the new Ritalin. Wem das ADHS-Image von Ritalin nicht passt, der greift heutzutage zu Modafinil. 12 Stunden wach und konzentriert sein ohne rauschartige Nebenerscheinung, ist das Versprechen des neuen Wundermittels unter den Smart Drugs. Schlauer macht es einen auch nicht aber man hat gefühlt mehr Zeit zum Lernen. Nachteil: Wer länger wach ist macht auch mehr Fehler!

 

Ritalin

Beinahe jeder kennt inzwischen das Medikament, das aufgedrehten Menschen helfen soll sich auf den Stuhl zu setzen und zu konzentrieren. Wer schon einmal die Transformation eines lebhaften Kindes unter Ritalin zum apathisch wirkenden Schachgenie mitbekommen hat, kann sich ausmalen, wie erst die Wirkung bei normalen Lernern zu Denkleistungssportlern sein muss. Ritalin kriegt man mit Rezept in der Apotheke oder gegen ein Set Pokémon-Karten auf dem Spielplatz.

 

Silk Road, Agora und Evolution

Wo bekommt man denn nun diese Drogen her, von denen alle immer reden? Ganz einfach: Man lädt sich den Tor-Browser runter, installiert ihn und sucht nach den Marktplätzen Silk Road, Agora oder Evolution. Diese Plattformen funktionieren beinahe wie Amazon oder ebay. Kundenrezensionen sagen wie gut die angebotene Ware ist und bezahlt wird mit Bitcoins. Der bestellte Stoff wird einem bequem per Post geliefert. Bleibt doch mal etwas beim Zoll oder anderen Behörden hängen, erstatten viele Anbieter dem Käufer einen Teil des Kaufbetrags. Keine Sorge: diese Beschaffungsmethode ist nicht nur für Angela Merkel Neuland. Einziger Nachteil: man muss ins Darknet und das hat seinen Namen verdient.

 

Vitamine

Die wohl offensichtlichste und einfachste Form des Hirn-Dopings ist nach wie vor die Einnahme von Vitaminpräparaten oder noch besser: gesunde, vitaminhaltige Ernährung. Besonders das Vitamin B12 hilft bei Schlappheit und Müdigkeit und gerade in den dunklen Monaten kann es nicht schaden ein wenig auf eine gute Versorgung mit dem Vitamin-Alphabet zu achten. Wer sich jetzt nicht jeden Morgen einen ganzen Obstsalat schnippeln möchte, kann natürlich zu bewährten Mitteln von A bis Z aus der Apotheke greifen. Wem dabei die Drogen-Experience fehlt, der kann sich ja mal ’ne Multivitamin-Brausetablette kleinstampfen und durch die Nase ziehen. Kribbelt auch.

 

Autor: Martin Brest