Ein Verurteilter erarbeitet zwischen Gitterstäben und Stahltüren eine Gründungsidee für sein eigenes Unternehmen?
Was nach teuflisch händereibenden Genies aus den Gangsterfilmen klingt, ist in Bayern heute neuartige Realität, um perspektivlose Mitmenschen wieder auf die Spur zu bringen. Das Projekt Leonhard stößt mit der Mission, unternehmerisches Denken im Gefängnis zu fördern und Ideen umzusetzen, aber auf unterschiedliche Reaktionen. Dass hochkarätige Unternehmer ihre Zeit nicht in gesellschaftlich wichtigere Themen investieren, mag nicht jeder verstehen. Deutschlands Gefängnisse sind zwar nicht überfüllt, dennoch scheitert der Resozialisierungsauftrag zu oft an der extrem schwierigen Umsetzung nach der Entlassung. Das Projekt Leonhard schult die Gefangenen im Gefängnis und motiviert sie im Nachhinein durch echtes Interesse. Welcher Verurteilte fühlt sich nicht in der Pflicht, wenn gestandene Unternehmer sich eingehend um ihn kümmern. Inzwischen ist der erste Teilnehmer des Programms entlassen. Hiermit wird dem spannenden Projekt erstmals auf den Zahn gefühlt – es wird sich nun zeigen, wie sinnvoll das Projekt ist.